Mahlzeit,

ich habe mir nun den kleinen 25 Watt – Combo „DT 25“ von Line 6 gekauft. Es handelt sich um ein zweikanaliges Gerät, das gemeinsam von Line 6 und dem Röhrenampspezialisten Bogner entwickelt wurde. Gekauft habe ich den Amp, weil ich in erster Linie einen kompakten Verstärker haben wollte, den ich für die ganz kleinen Auftritte mitnehmen kann. Dieses Kriterium wird schon mal sehr gut erfüllt, denn der DT25 läßt sich bequem mit einer Hand tragen und im Auto verstauen. Dann hat mich das Konzept des Amps sehr neugierig gemacht, weil Line 6 hier neue, interessante Wege geht, die da wären:

  • Modellingvorstufe (Nun ja, alter Hut)
  • Röhrenendstufe (Auch alter Hut)

Aber wie so oft, macht die Kombination althergebrachter Dinge das Neue aus, denn dank der Digitaltechnik wird hier die Röhrenendstufe in Echtzeit passend zum Vorverstärkermodell konfiguriert, bzw. man kann die Endstufe nach seinen Vorstellungen einstellen.

Wählbar sind folgende Optionen:

  • 4 verschiedene „Voicings“, die schlussendlich eine Änderung der Rückkopplungskonfiguration bedeuten und dadurch ein anderes Ansprech- und Frequenzverhalten bewirken (American Clean, British Crunch, CLass A Chime und Modern High Gain)
  • Pentoden- / Triodenbetrieb der Endstufenröhren, wobei Pentode direkter, bissiger und vor allem lauter als Triode ist. Triode klingt aber für weiche Crunch- / Bluessounds sehr gut
  • Class A / Class A/B-Umschaltung

Es gibt keine Speicherplätze, aber man kann beide Kanäle unabhängig konfigurieren und der Verstärker „behält“ die Einstellungen für die Kanäle auch. Anscheinend eine Art „Autosave-Funktion“.

Zum Sound gibt es nicht viel zu sagen, außer, dass dieser wirklich gut ist und zwar bei jedem Voicing. Laut genug ist er auch, zumindest ergab das die gestrige Probe. Weiter als 10 Uhr musste ich den Master nicht drehen und das war eigentlich schon zuviel. Spannend und durchaus sehr nützlich ist die „Low Volume“ – Einstellung, die den Verstärker bei sattem Sound wohnzimmer- und nachtzeittauglich macht.

Ich habe natürlich auch gleich die L6Link – Nummer probiert. XLR-Kabel zwischen HD500 und DT25 und fertig. Ampmodelle im HD500 ausgewählt (z.B. Treadplate PRE, kein Speaker), EQ-Einstellungen, Gain, Volume und fertig. Selbst mit fertigen Presets, die alle noch LS und Mikrosimulation eingeschaltet hatten, klag es alles andere als nicht brauchbar, sondern schon mal gut. Toll ist, dass genau ein Kabel zwischen DT25 und HD500 liegt und das Gitarrenkabel dann in den HD500 gesteckt wird. Damit erweitert sich der Aktionsradius enorm.

Es gibt natürlich viel zu den Funktionen des L6Link, also der Kombination POD HD500 und DT25 zu sagen, aber das hier sollte nur ein kurzer Überblick sein. Der Verstärker an sich ist selbsterklärend, außerdem hat Line 6 eine Übersichtstafel auf dem Amp angebracht(aufgelegt und eingehakt, nicht geklebt), die einem innerhalb von Sekunden die Funktionen erklären. Bilder sagen eben mehr als Worte.

In diesem Sinne: Ich bin zufrieden! Es ist ein toller Verstärker mit einer Menge Möglichkeiten. Da ich Verstärker sowieso immer so einstelle, dass sie mir gefallen, ist die Marke zweitrangig. Mein Bassist, der Jan von Basement-Audio, mit dem ich in der Band „The Big Party Project“ spiele, sagte bei der Probe: „Klingt nach Dir!“.

Mehr kann ich nicht hinzufügen.

Grüße,

Marc